Tangaren

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Tangaren

Rotscheiteltangare (Stilpnia vitriolina)

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
ohne Rang: Passerida
Überfamilie: Emberizoidea
Familie: Tangaren
Wissenschaftlicher Name
Thraupidae
Cabanis, 1847

Die Tangaren (Thraupidae) sind eine arten- und formreiche Vogelfamilie in der Ordnung der Sperlingsvögel (Passeriformes). Sie kommen in Mexiko, Mittel- und Südamerika, auf den Galapagosinseln und auf den Westindischen Inseln vor.[1]

Tangaren sind kleine bis mittelgroße Vögel mit einem zylindrisch bis ovalen Körper, der oft in einer mehr oder weniger horizontalen Stellung gehalten wird. Der Kopf ist klein bis mittelgroß, der Hals kurz und dick. Je nach Ernährungsweise ist der Schnabel unterschiedlich geformt; konisch bei Körnerfressern, klein und spitz bei Insektenfressern und gebogen bei Arten, die viel Nektar fressen. Beine und Füße sind in der Regel mittelgroß bis klein. Viele Samen fressende Arten sind bräunlich gefärbt, während Nektar und Früchte fressende Arten oft auffallend bunt sind. Männchen sind oft bunter und auffälliger gefärbt, es gibt jedoch auch viele sehr farbige Arten, bei denen Männchen und Weibchen gleich farbig sind.[1]

Lebensraum und Lebensweise

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Tangaren bewohnen sowohl Tieflandregenwälder, verbuschte Gebiete mit ausgeprägten Jahreszeiten und aride Grassländer als auch die baumlose Puna, felsige Berghänge und Schneefelder in den Anden. Je nach Schnabelform ernähren sich Tangaren von Insekten, Früchten, Sämereien, Nektar oder von verschiedenen Kombinationen dieser Nährstoffe. Einige Arten folgen den Zügen der Wanderameisen und schnappen sich die aufgeschreckten Insekten.[1]

Tangaren sind in der Regel monogam und beide Eltern kümmern sich um die Brut. Die Nester sind meist napfförmig und werden auf Bäume oder Büsche gebaut; einige Arten bauen auch geschlossene Nester, die einen seitlichen Eingang besitzen. Das Gelege besteht meist aus einem bis vier Eiern oder einem bis zwei bei Arten, die nicht in den Bergen leben. Nur die Weibchen brüten. Die Brutdauer liegt bei 12 bis 14 Tagen, bei der höhlenbrütenden Schwalbentangare aber bei 17 Tagen. Die Nestlinge werden von beiden Eltern gefüttert. Sie verlassen das Nest nach 11 bis 20 Tagen. Die Nestlingszeit ist bei Arten, die ihre Nester nah des Erdbodens bauen, in den meisten Fällen kürzer. Nach dem Flüggewerden müssen die Jungvögel einiger Arten gleich selbständig ihre Nahrung suchen und werden nicht mehr von den Eltern gefüttert, bei anderen Arten werden sie noch mehrere Monate gefüttert.[1]

Die Tangaren wurden 1847 durch den deutschen Ornithologen Jean Louis Cabanis als Unterfamilie der Ammern (Emberizidae) erstmals wissenschaftlich beschrieben,[2] gelten heute aber als eigenständige Familie. Die Schwestergruppe der Tangaren sind die Kardinäle (Cardinalidae), und beide zusammen sind die Schwestergruppe der Stärlingstangaren (Mitrospingidae). Einige Gattungen wurden aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen[3] aus der Familie der Tangaren ausgegliedert und werden nun den Kardinälen zugeordnet. Andere Gattungen sind wiederum aus dieser Familie und von den Neuweltammern (Passerellidae) in die Tangaren aufgenommen worden.[1]

Tränentangare (Anisognathus lacrymosus)
Goldringtangare (Bangsia aureocincta)

Gattungen und Arten

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Zur Familie der Tangaren gehören ca. 100 Gattungen mit etwa 380 Arten:[1][4]

Einzelnachweise

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  1. a b c d e f David W. Winkler, Shawn M. Billerman, Irby J. Lovette: Bird Families of the World: A Guide to the Spectacular Diversity of Birds. Lynx Edicions (2015), ISBN 978-8494189203, S. 554 u. 555.
  2. Jean Cabanis (1847): Ornithologische Notizen. Archiv für Naturgeschichte. 13: 186–256; 308–352
  3. K. J. Burns, P.Unitt & N. A. Mason: A genus-level classification of the family Thraupidae (Class Aves: Order Passeriformes). In: Zootaxa. Band 4088, Nr. 3, 2016, S. 329–354, doi:10.11646/zootaxa.4088.3.2.
  4. Tanagers and allies IOC World Bird List v11.1
Commons: Tangaren (Thraupidae) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien