Karenztag(e) bezeichnet die tageweise Freistellung von (meist arbeitsrechtlichen) Verpflichtungen aus besonderen Gründen. Insoweit handelt es sich auch um ein Instrument zur Ausgestaltung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Gründe für die Gewährung eines Karenztages können aber auch andere wichtige Ereignisse, wie etwa Geburt oder Hochzeit oder die Fürsorge eines Kindes im Krankheitsfall sein. Die Gewährung von Karenz kann im Einzelfall auch unabhängig einer Begründung erfolgen.

Soweit ein Karenztag genommen wird, ist der Arbeitgeber häufig von der Verpflichtung zur Lohnfortzahlung befreit.

Rechtslage (Deutschland)

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In Deutschland gibt es grundsätzlich keinen Anspruch auf Karenztage im Krankheitsfall. Stattdessen wird der Arbeitnehmer von seiner Pflicht zur Arbeit frei und erhält ab dem ersten Krankheitstage weiter sein Gehalt, § 3 Abs. 1 S. 1 Entgeltfortzahlungsgesetz. Davon unabhängig können Karenztage arbeitsvertraglich oder tariflich gesondert vereinbart werden; ob in diesem Falle ein Anspruch auf den Arbeitslohn besteht, hängt von der jeweiligen Regelung ab.

Bei der Pflicht zur Vorlage einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung innerhalb von drei Kalendertagen gem. § 5 Abs. 1 S. 2 EFZG handelt es sich nicht um eine Karenztagregelung.

Rechtslage (Frankreich)

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In Frankreich führte das Kabinett Fillon III 2012 einen (1) Karenztag im öffentlichen Dienst ein; die Zahl der Krankentage sank. 2014 schaffte der damalige Staatspräsident François Hollande den Karenztag wieder ab. Sein Nachfolger Emmanuel Macron hat im Präsidentschaftswahlkampf angekündigt, diesen Karenztag wieder einzuführen.[1]

Karenztage im Krankheitsfall

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Gründe für Karenztage im Krankheitsfall

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Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall impliziert die Versuchung (Moral Hazard), sich krankzumelden und eine gewisse Zeit nicht zur Arbeit zu gehen, obwohl man nicht oder nur geringfügig krank ist („Blaumachen“). Nach dem dritten Kalendertag (Wochenende mit eingerechnet) Kranksein muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Befürworter von Karenztagen sehen in den je nach Wochentag unterschiedlichen Krankenquoten ein Indiz dafür, dass nicht alle Arbeitnehmer, die sich krankmelden, tatsächlich krank sind.

Über die Karenztage tragen die Arbeitnehmer selbst die Kosten der ersten Krankheitstage. Blaumachen würde hierdurch wirksam verhindert, während chronische und längerdauernde Erkrankungen durch das Gesundheitssystem abgedeckt bleiben, da nach Ablauf der Karenztage die Lohnzahlung wieder einsetzt.

Befürworter prognostizieren durch einen Karenztag oder Karenztage eine Senkung der Lohnnebenkosten (zu denen die Lohnfortzahlung zählt); dies könne zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigung beitragen.

Gründe gegen Karenztage

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Gegner von Karenztagen befürchten, dass kranke Menschen durch Karenztage von notwendigen Arztbesuchen und notwendiger Schonung abgehalten werden und aus finanziellen Gründen krank zur Arbeit kommen. Krankheiten würden so verschleppt und verschlimmert. Insbesondere Patienten mit niedrigem Einkommen könnten es sich nicht mehr leisten, eine Krankheit auszukurieren. Dies führe zu Folgekosten im Gesundheitssystem.

Siehe auch

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Fußnoten

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  1. lefigaro.fr: Le retour attendu du jour de carence dans le public